Schweigen, mehr sagend

Gestern wieder. Der Genuss eines guten Gesprächs. Bigtalk. Dazwischen und darüber hinaus jedoch oft die Ödnis ermüdender Geschwätzigkeit - auch auf und über nie schlafende Bildschirme. Man denkt, man zeigt Betroffenheit durch dauerndes darüber Reden. Was, wenn genau das eine Form der Verdrängung wäre? Manchmal bin ich mir nicht sicher, ob es tatsächlich die Sorgen der Corona-Ukraine-Dauerkrise sind, die mich so erschöpfen. Oder die pausenlosen, jede Sonne verdeckenden und dauerend allen Seelenstaub aufwirbelnden Kommunikationsgewitter. Eine grosse, bewegende Trauerfeier. Es war ein volles und langes Leben. Und tiefgläubig. Es gibt viel zu erzählen. Und man darf alles hoffen. Nur für den Schmerz ist kein Platz vorgesehen. Er spürt, dass er hier unerwünscht ist, und trollt sich davon wie ein Hund. Man meint, er sei weg. Dabei wartet er gleich vor der Tür. Ein Vertreter der Zunft wirft gerade der besonders die Hoffnung betonenden Theologie eine 'gnadentheologische Verdrängung des Tode...